Hof Grube
 Lebensraum
  ältestes bekanntes Bauernhaus Westfalens

Sitz des Zentrums für historisch ländliche Baukultur im Münsterland
Denkmal von nationaler Bedeutung

Luftbild


   1 Haupthaus       

            2 Speichergebäude   

    3 Dreschscheune

        4 ehemaliger Schweinestall

      heute Pferdestall

    5 neueres Wohnhaus               

        6 Remise mit Backhaus

Traufseite
Der rote Backsteingiebel von 1923 mit der großen Toreinfahrt für Erntewagen verrät, dass es sich hier um ein prächtiges Exemplar eines niederdeutschen Hallenhaus handelt. Bei diesem Haustyp waren Wohnung, Stallraum und Erntelager unter einem Dach in einem großen Hauskörper zusammengefasst. Der Kernbau dieses Vierständerhauses stammt aus dem Jahr 1517 d (datiert durch Auswertung der Jahresringe des Holzes)  und gilt als das älteste bekannte Bauernhaus dieses Typs in Westfalen und gehört so zu den ältesten Bauernhäusern im deutschen Sprach­raum.
Archäologische Funde, u.a. ein Fohlen­grab, drei Brunnen, Scherben und Spolien (1362) belegen, dass hier schon vor 1000 Jahren Menschen gesiedelt haben. Es erfolgte die Erforschung der Archivalien ab 1253, sowie umfassende Haus- und Gefügeforschung. Durch die ganzheitliche Wiederbelebung ist Hof Grube heute ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung und zählt auch zu einer der am besten untersuchten Hofstellen in Deutschland (LWL-Landeskonservator 2012).
Grundriss
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haupthaus fünf Mal verlängert, vielfach umgebaut und 1923 mit dem jetzigen Backsteingiebeln versehen. Alle Veränderungen sind akribisch dokumentiert und bis ins Detail sichtbar gemacht. Eine stattliche Gräfte um Haus und Speicher (1829) gibt dem Hof sein typisch münsterländisches Gräftenhofgepräge.
Seit 1928 ergänzt die große Dreschscheune (siehe Bild oben, 3), ein Schweinestall, jetzt Pferdestall (4) von 1971/2010, sowie ein Wohnhaus (5) aus 1973/2009, die Hofanlage. Um die Maßstäblichkeit des baukulturell bedeutsamen Ensembles wieder herzustellen, wurde ein vielfältig zu nutzender Bau (nutzendes Wirtschaftsgebäude) (6) des Münsterlandes mit Remise, Dresch-, Göpel- und Backhaus aus dem 19. Jh. in Tinge 2008 abgebaut und 2021 hier wieder aufgerichtet.
Das Entdecken, Untersuchen, Restaurieren, d. h. das Überleben des kulturell bedeut­samen Ensembles „Gräftenhof Grube“ ist dem persönlichen Einsatz von Johannes und Karin Busch zu verdan­ken. Hof Grube wird privat bewohnt.
Verortet ist hier die Außenstelle Münsterland der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. und der Sitz des Zentrums für historische ländliche Baukultur im Münsterland e.V.

Fördererlogos
Buchtitel Hof Grube Mehr Infos:
 Bauernhof – Ruine – Baudenkmal
Hof Grube in Lüdinghausen-Seppenrade
von Johannes Busch und Ludger Schröer (Hrsg.)

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